
"We start our own publishing house!" verkündete Dr. Hans-Peter Kleebinder von Audi
Gestern ging der 4. Digital Innovators‘ Summit in Berlin zu Ende. Unter dem Motto „Engaging and Exciting the Audience“ diskutierten internationale Top-Referenten die neuesten digitalen Entwicklungen.
„Im Mittelpunkt dieses Digital Innovators‘ Summit steht die Optimierung und Kommerzialisierung digitaler Lösungen und Plattformen, die die Verlage zum festen Bestandteil ihres Kerngeschäfts entwickeln wollen“, so von Reibnitz. „Jeder hat die Chance, digitale Entwicklungen zu beobachten und das Potential neuer Ideen zu erkennen“, so Chris Llewellyn zur Eröffnung der Konferenz.
Am zweiten Tag standen vor allem die Themen Online Werbetrends, Allianzen und Diversifikation im Vordergrund.
“We start our own publishing house!” verkündete Dr. Hans-Peter Kleebinder von Audi und führte aus, warum die deutschen Verleger für Audi nicht gut genug sind. In seinem Vortrag zeigte Kleebinder auf, wie Audi zunehmend versucht mit Corporate Publishing, TV/Videos auf YouTube und Social Media seine Marketingziele zu erreichen. “Future of premium marketing = C2C”, so Kleebinder und Verlage würden in Zukunft als “Media Consultants” bei Audi ihr Geld verdienen müssen.
Peter Würtenberger, CMO Axel Springer, betonte, dass Werbung mehr als bisher zum Erlebnis werden müsse. Voraussetzung für ein erfolgreiches Geschäft mit Online Werbung sei es, zu den drei Top-Websites im jeweiligen Segment zu gehören. Kooperationen würden vor allem im Gattungsmarketing und in der Marktforschung hilfreich sein
„Allianzen von Verlagen sind keine Gegner der neuen Infrastruktur von Apple, Google etc., sondern es geht darum, effizienter zu sein“, so Stephen M. Lacy, Aufsichtsratsvorsitzender der Meredith Corporation. „Allerdings ist nicht einzusehen, dass sich andere zwischen uns und unsere Leser stellen“. In seiner Keynote „Setting the Rules of Engagement“ zeigte er, wie Verlage mit Inhalten auf neuen digitalen Plattformen ihre Einnahmen erhöhen könnten.
Auch bei Vermarktung von Online Werbung sollten Qualitätsvermarkter der Verlage Kooperationsmodelle prüfen, so Christoph Schuh, Vorstandsmitglied TOMORROW FOCUS, um am Markt erfolgreich zu bleiben. Angesichts aktueller Studienergebnisse, wonach 3 Prozent der Internetnutzer für 62 Prozent der Clicks verantwortlich sind, forderte er Überlegungen für eine neue digitale Werbewährung jenseits des Clicks.
Stefan Winners, Vorstandsvorsitzender der TOMORROW FOCUS AG, betonte, dass Verlage den Mut haben müssten, neue digitale Geschäftsfelder zu besetzen.
In seiner Keynote zeigte sich Kevin Costello, CEO, Haymarket Media Group, UK, überzeugt, dass neue Geschäftsfelder und neue Zielgruppen erschlossen werden könnten, dabei käme es vor allem auf die Nähe zu den Zielgruppen an: „There is no such thing as paying too much attention to your audience”.
Die These, dass eine differenzierte Zielgruppenansprache der Schlüssel für die neuen Geschäftsfelder ist, vertrat Charles G. McCurdy, Chairman American Business Media/CEO Apprise Media LLC. Er erläuterte am Beispiel seines Verlagshauses, wie Datenbanken ausgebaut, zusammengeführt und dann für gezielte Vermarktung genutzt werden können „Knowing more about audience allows us to target content and bring great efficiency and ROI to advertisers.“
Einen Großteil der Vortragsfolien gibt es hier als PDF-Download.
Am 4. Digital Innovators´ Summit nahmen insgesamt 450 Gäste aus 35 Ländern teil.
Experten-Webcasts vom Digital Innovators`Summit
media-TREFF hat den Digital Innovators Summit auch 2011 als offizieller Medienpartner begleitet und mit einigen ausgewählten Protagonisten der Veranstaltung Interviews geführt, um herauszufiinden mit welchen Trends wir uns in nächster Zeit zu beschäftigen haben. Alle Video-Interviews und Bilder vom Digital Innovators Summit 2010 finden Sie hier in unserer Rückschau. Die Videos von diesem Jahr demnächst hier in Kürze…
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