Endlich ist das Dutzend voll – Burda (in Offenburg) bringt mit “Mein schönes Land” einen weiteren Me-too-Titel in die Regale. Die Erfolgsstory von Landlust aus dem Münsteraner Landwirtschaftsverlag ruft die Nachahmer am laufenden Band auf den Plan. Der Strom der Kopien Landaffinen Launches wird aber wohl erst dann versiegen, wenn der Höhenflug des Originals beendet ist. Bis dahin wird mit weiteren Titeln zu rechnen sein, die bei der Landnahme dabei sein wollen: “Land-Ei” als Corporate-Publishing-Objekt der CMA, “Landpomeranze” für die Frauen, denen “Brigitte” zu emanzipiert ist und “Landjäger” als Mitgliedsorgan des Fleischerverbandes (hiermit Bezug zum B2B-Blog hergestellt).
Wer bisher davon abgehalten wurde, Zeit, Geld und sonstige in Verlagen im Überfluss vorhandene Ressourcen in einen weiteren Klon zu investieren, weil alle Namen rund ums Land bereits belegt waren, dem kann geholfen werden. Imitatoren von Helmut Kohl bauten früher allzu gern eine Floskel des Altkanzlers in ihre Parodien ein: “InduLA” – In diesem unserem Lande. Das wär’s doch. Also aufgepasst Stadtfluchthelfer, und ran an den Speck, bevor noch jemand Titelschutz beantragt.
Der Fall MeinschönesliebesLandlust ist symptomatisch, darüber können auch die jüngsten, vereinzelt recht ambitionierten Launches nicht hinwegtäuschen. Bestachen viele Verlage in der Vergangenheit noch dadurch, gelegentlich kreativ zu sein, so sind sie vielfach nur noch reaktiv. Wenn man allerdings wie das Kaninchen vor der Schlange sitzt, kann der Ausweg nicht darin liegen, dorthin zu gehen, wo sich Fuchs und Hase “Gute Nacht” sagen. Sonst geht’s einem auf Dauer wie dem Hasen, der vom Igel gesagt bekam: “Ich bin schon da.”
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