Das Internet ist bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) als Informations- und Kommunikationsmedium etabliert, so erste Ergebnisse der Befragung “Elektronischer Geschäftsverkehr in Mittelstand und Handwerk” des Netzwerks Elektronischer Geschäftsverkehr (NEG). Zunehmend seien mittlerweile aber auch komplexere Anwendungen wie Beschaffung und Mobile Services gefragt. Zudem wurde ein hoher Informationsbedarf zu E-Business-Themen und weiterhin eine große Skepsis gegenüber Web 2.0-Anwendungen festgestellt.
“Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass die KMU inzwischen auch aufwändigere Internet-Anwendungen wie Datenaustausch mit externen Partnern und Online-Beschaffung intensiver nutzen”, so Minsterialrat Dr. Rolf Hochreiter aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Damit gehe ein erheblich gestiegener Informations- und Beratungsbedarf einher. Er gehe davon aus, “dass die Nutzung des Internets in den Geschäftsprozessen der KMU in den nächsten beiden Jahren noch einmal deutlich steigen wird.” Bereits zum dritten Mal nach 2005 und 2007 befragte das NEG kleine und mittlere Unternehmen zur Nutzung von Internet und E-Business. Dabei zeigen die ersten Ergebnisse, dass die Unternehmen das Internet überwiegend als Informations- und Kommunikationsmedium sowie zum Online-Banking einsetzen. Über alle Anwendungen hinweg nutzen 98 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen das Internet.
Aufwändigere Anwendungen gewinnen jedoch an Bedeutung: So nutzen beispielsweise 94 Prozent der Befragten das Internet zumindest gelegentlich zur Beschaffung, 90 Prozent zum Datenaustausch und 71 Prozent zum Kundenservice. Gleichzeitig werden die Potenziale vieler Internetoptionen nur ansatzweise ausgeschöpft: So verkauft jedes zweite Unternehmen online, etwa ein Drittel beteiligt sich an elektronischen Ausschreibungen und rund die Hälfte nutzt die Möglichkeiten des Mobile Business.
Trotzdem rechnen die Befragten damit, dass sie in den nächsten beiden Jahren deutlich häufiger aufwändige Anwendungen im Internet nutzen werden. Dies gilt besonders für kundenorientierte Aktivitäten wie Verkauf, Werbung und Service.
Kleine und mittlere Unternehmen geben zum Thema E-Business teils erheblichen Informationsbedarf an. Die wichtigsten Themen sind dabei – wie auch im Vorjahr – Netz- und Informationssicherheit, Online-Recht, Datenaustausch mit Externen, Wissensmanagement und Online-Werbung. Unternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitern nannten vor allem Online-Recht sowie Netz- und Informationssicherheit als bedeutendste Themen.
Web 2.0-Instrumente dienen den befragten Unternehmen vor allem dazu, Information zu gewinnen und den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Die Befragten erkennen in Web 2.0 jedoch nicht nur Chancen, sondern auch Gefahren: Insbesondere die rechtlichen Risiken (84 Prozent) und die Gefahr des Missbrauchs durch externe Nutzer (83 Prozent) sehen sie als größte Risiken an.
“Die Ergebnisse verdeutlichen, dass kleinere und mittlere Unternehmen bei Web 2.0 teilweise noch erhebliche Informationsdefizite aufweisen”, erläutert Dr. Kai Hudetz, Leiter des E-Commerce-Center Handel, das die Studie federführend durchgeführt hat. “In den nächsten Jahren wird das Thema aber weiter an Bedeutung gewinnen. Daher sollten sich auch kleinere Unternehmen bereits jetzt mit den entsprechenden Möglichkeiten auseinandersetzen.” Das Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr (NEG) ist ein Verbund von 25 regionalen Kompetenzzentren für den elektronischen Geschäftsverkehr und einem Branchenkompetenzzentrum für den Handel. Diese unterstützen Mittelstand und Handwerk bei der Einführung und Nutzung von E-Business. Das Netzwerk wird seit 1998 durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert.
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