Unter dem Motto: “Ohne Innovation keine Rendite, ohne Wandel keine Innovation” haben die Frankfurter Beratungsgesellschaft peakom und das F.A.Z.-Institut eine Studie über die Innovationsbereitschaft deutscher Unternehmen durchgeführt.
- 78% der Führungskräfte in deutschen Unternehmen erwarten weitere Innovationssprünge in ihrer Branche.
- Aber nur 27% der Industrie- und 17% der Dienstleistungsunternehmen haben bereits eine Abteilung, die speziell für Innovationen im Unternehmen verantwortlich ist.
- Wissensportale wie Wikipedia werden ihre aktuell noch überraschend geringe Bedeutung mehr als verdoppeln.
- Hingegen haben traditionelle Intranets die Erwartungen vieler Unternehmen enttäuscht und werden an Bedeutung abnehmen.
Das sind wesentliche Ergebnisse der Studie “Wandel für Innovation”, durchgeführt kurz vor Zuspitzung der Finanzkrise. “Unternehmen innovationsstark und damit krisensicherer zu machen und die notwendigen Change-Prozesse zu implementieren, ist derzeit eine der größten Herausforderungen für Manager”, erläutert Dr. Michael Gross, Geschäftsführer der Peakom GmbH. “Wie die absehbaren weiteren Innovationssprünge genutzt werden können, ist vielen Führungskräften noch nicht klar”. Befragt wurden die Geschäftsführer und Vorstände von 230 Unternehmen in Deutschland.
- Unternehmen brauchen eine Innovationskultur:„Ständig besser werden wollen, um Bester zu bleiben.”
- Es gibt nicht DIE Innovationsstrategie und DAS Change-Management, um als Unternehmen erfolgreicher zu werden.
- Innovationsmanagement ist eine crossfunktionale Aufgabe.
- Innovationsprozesse sind noch sehr stark „top-down” getrieben und werden künftig stärker als Angelegenheit der Gesamtorganisation verankert.
- Nachhaltige Innovationsprozesse sind ein Korrektiv bei Fehlentwicklungen in Unternehmen.
Besonders Finanzinstitute haben durch fehlendes Innovationsmanagement eigene Krise verstärkt. Extrem auffällig im Vergleich zu anderen Branchen ist die Eigendiagnose der befragten Banken und Versicherungen:
- sie besitzen nach eigenen Angaben zumeist keine Innovationskultur für nachhaltigen Markterfolg.
- 84% stellen die Umsatzsteigerung in den Vordergrund – weit vor allen anderen Zielen und in Kontrast zu den Ansichten aller anderen Branchen.
- Nur 12% sagen, die Verbesserung der Mitarbeiterleistungen sei für sie Ziel von Innovationen.
- Dagegen sehen aktuell 48% und künftig sogar 63% den Vertrieb als wichtiges Instrument für Innovationen an (andere Dienstleistungsunternehmen heute nur 22%, künftig 26%).
Die bisherige Kurzfristigkeit des Innovationsdenkens in der Finanzindustrie wird durch die Ausnahmestellung des Wettbewerbs als Antreiber für Innovationen mit 4,61 Punkten deutlich – der bei allen befragten Unternehmen nur 3,98 beträgt (auf einer Skala von 0 bis 5 für sehr wichtig). Schließlich dient als letzter Indikator das fehlende Controlling von Innovationen: fast ein Drittel der befragten 21 Banken und Versicherungen arbeitete bislang ohne jegliche Kennziffern für ihr Innovationsmanagement.
Welche Zielgruppen sind die wichtigsten, um den Wandel für Innovation erfolgreich zu gestalten und die Ziele zu erreichen? Kurz gesagt: Kunden und Mitarbeiter. Da sind sich Industrie- und Dienstleistungsunternehmen einig. Für expansive Industrieunternehmen sind mit 3,81 die Universitäten/Forschungseinrichtungen erheblich wichtiger, da darüber Wissen und Ressourcen schneller verfügbar sind. Den zumeist größeren Firmen der Automobil- und Metallindustrie sind mit 4,15 ihre Lieferanten außerordentlich wichtig, da diese für einen erheblichen Teil von technischen Innovationen verantwortlich sind.
Die komplette Studie ist per Download kostenfrei verfügbar
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