Communities werden für Unternehmen immer interessanter, so das zentrale Ergebnis einer Studie von Prof. Dr. Ralf Schengber, Marketingprofessor an der Fachhochschule Münster und Gründer des Community-Spezialisten Dr. Schengber & Friends . Fast zwei Drittel der befragten 1200 Unternehmen sehen die Relevanz von Communities als Werbeplattform als zumindest “eher hoch” an. Ihr Einsatz findet vor allem bei Kundenbindung, Kundengewinnung, Öffentlichkeitsarbeit und Kundenservice statt. Besonders relevant sind Wikis, Online-Netzwerke und Foren. Allerdings sind Blogs und Videoportale uninteressant.
“Ich war von den Ergebnissen der Studie überrascht und habe nicht damit gerechnet, dass für so viele Unternehmen das Thema Community-Marketing interessant ist”, so Dr. Ralf Schengber, Marketingprofessor an der Fachhochschule Münster. Schengber hat aber in seiner Befragung wohl die besonders Web 2.0- und Community-affinen Unternehmen angetroffen: Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen gab an, selbst eine eigene Community zu betreiben.
Seine Community-Marketing-Studie behandelt auf 130 Seiten “den Spannungsbogen von der Relevanz und der Chancen-/Risikeneinschätzung über das Einsatzspektrum bis hin zu den Perspektiven”, so die Pressemitteilung.
Communities werden vor allem zur Kundenbindung und Kundengewinnung sowie zum Service und Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt, so die Untersuchung. Dabei sehen die Unternehmen laut Schengber mehr Chancen als Risiken: Die Chancen werden von über 70 Prozent der befragten Unternehmen in der “Informationsgewinnung” und einer erwarteten “Nähe zu Interessenten” gesehen- gefolgt von “Trendscouting” und “innovativer Positionierung”. Aber über die Hälfte sehen Risiken durch “negative Kritik”, die “Reaktion auf Beiträge” sowie durch “Guerilla-Aktivitäten der Wettbewerber”.
Community-Marketing wird künftig generell mindestens eine “eher steigende” Rolle spielen, so antworteten 80 Prozent der Befragten. “Immerhin 60 Prozent der Befragten erwarten dies auch für ihr eigenes Unternehmen.” Das führe in seiner Konsequenz auch zu deutlichen Verschiebungen in den Marketing-Budgets: Fast zwei Drittel der Befragten gaben an, dass das Budget für klassische Marketinginstrumente “eher sinken” bis “stark sinken” werde. Fast 80 Prozent sagen dem Online-marketing-Budget eine mindestens “eher steigende” Entwicklung voraus. Bei der Entwicklung des Community-Marketings erwarten mehr als die Hälfte der Befragten steigende Budgets.
An der Studie nahmen 1200 Unternehmensvertreter teil. Über eine Clusteranalyse kristallisierten sich dabei drei verschiedene Gruppen in Bezug auf das Community-Marketing heraus:
- Die Skeptiker waren dabei mit 20 Prozent die kleinste Gruppe,
- gefolgt von den Vorreitern mit 38 Prozent
- und den Abwartenden mit 42 %.
”Dies zeigt das große Potenzial- auch für Agenturen. Es gilt, dieses zielgerichtet und nachhaltig mit Leben zu füllen”, so Schengber.
Die Studie ist unter dem Titel „Community-Marketing, Eine Studie zum Einsatzspektrum und zu Perspektiven aus Unternehmenssicht“ im Marketing-Verlag-Münster erschienen und kann dort oder direkt per E-Mail an bestellung@marketing-verlag-muenster.de als Buch oder PDF bezogen werden.
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“Allerdings sind Blogs und Videoportale uninteressant.” Das sehe ich eigentlich nicht so. Youtube ist ja wohl das Erfolgsbeispiel schlechthin. Ich denke, wenn ein Blog oder Podcast Portal gut gemacht ist, bringt es durchaus Chance für das Unternehmen. In Österreich ist die ÖBB (österreichische Bundesbahn) ein gutes Beispiel. Die Podcastseite hat sich mittlerweile zum beliebtesten Podcast Portal in Österreich etabliert. Wir als Tele2 versuchen in Österreich auch mit einem Blog- und Podcast Portal http://blog.tele2.at spannende Hintergrundberichte und modernes Service für die Kunden zu bieten. Ich denke diese Formate haben auch für Firmen viele Chancen – Erfolgsbeispiele gibt es jedenfalls genug.
Ich halte Blogs und Videoportale auch für alles andere als uninteressant.
Leider sind die meisten Blogs oder Podcast Portale nicht so gut gemacht, daher sind Communities oftmals empfehlenswerter. Fakt ist, gut gemachtes Online-Marketing zahlt sich aus.