
Wenn Texte fesseln und zur weiteren Beschäftigung anregen, ist das ein guter Anfang. Wenn die Botschaft verstanden wird, ist viel, vielleicht schon alles erreicht. Wer Texte so schreibt, dass sie verstanden werden, schlägt mehrere Fliegen mit der berühmten Klappe. Nicht nur, dass die Botschaft Wirkung zeigen kann. Nein, verständliche Texte sind ein klarer Service am Kunden, denn sie erleichtern sein Leben und sparen obendrein noch Kosten ein.
Neben den rein werblichen gibt es genügend andere Texte, die gelesen werden müssen, wie Kataloge, Anleitungen oder Broschüren. Wer weiß, wie viele schwer verständliche Texte in die Ablage wandern oder via Tastendruck einfach gelöscht werden? Gerade in B2B-Branchen ist dies eine spannende Frage. Jedes Nachhaken seitens des Kunden verursacht Ärger und bindet beim Unternehmen wertvolle Mitarbeiterzeit – Aftersalesabteilungen können sicher ein Lied davon singen. Das, was einem selber klar ist, muss einem anderen, sprich meinem Kunden oder Interessenten, längst nicht klar sein.
Natürlich wissen wir um die grundsätzlichen Kriterien, wenn es darum geht, die Verständlichkeit von Texten zu fördern. Doch wir wissen auch, dass es immer Gründe gibt, sie gelegentlich zu vernachlässigen. Ob es der hektische Berufsalltag ist, oder die Annahme, dass vieles auf der Empfängerseite ja bekannt sein muss und daher keiner Erläuterung bedarf. Der Text ist für den Leser oder Hörer, nicht für den Verfasser. Die Verliebtheit in das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung verführt immer wieder zu Formulierungen, deren Wirkung fraglich sind. Für eine Überprüfung von Texten bilden ein paar wenige Kriterien einen ersten Ansatz:
- Wenn es um die Informationsmenge geht: Das Maß der Dinge ist der Leser, Seher, Hörer und seine Situation. Alles, was dieser benötigt um ausreichend informiert zu sein, bestimmt die Menge. Alles, was überflüssig ist, fällt weg. Allerdings: Nur wer den Wissensstand bei deInr Empfängergruppe kennt, kann eine entsprechende Einschätzung vornehmen.
- Wenn es um den ‚roten Faden’ geht: Wer den Zusammenhang nicht versteht, steigt im Text rasch aus. Ein nachvollziehbarer Aufbau ist ein Muss. Die Gedanken bilden eine durchgängige Kette. Dieser ‚rote Faden’ verträgt keine gedanklichen Sprünge. Ein entsprechend gestaltetes Layout unterstützt einen solchen logischen inneren Aufbau.
- Wenn es um die Wörter geht: Jede Branche hat ihre Fachausdrücke und Abkürzungen. Dazu kommt eine steigende Anzahl von Fremdwörtern. Gut, wer über seine Zielgruppe und deren aktiven Sprachwortschatz Bescheid weiß. Die ausgewogene Verwendung vermeidet Missverständnisse und Ablehnung.
- Wenn es um die Sätze geht: Es gibt keine ideale Wortzahl pro Satz. Allerdings sind kurze Sätze verständlicher als lange. Wer gerne Nebensätze und Einschübe verwendet, fordert seinen Empfänger und überfordert ihn gegebenenfalls. Weniger ist einfacher für den Leser – nicht immer für den Verfasser.
- Wenn es um die Attraktivität von Texten geht: Nicht erst seit dem Neuromarketing wissen wir, dass die Emotionen eine wichtige Rolle spielen. Attraktive und interessante Texte laden zum Lesen ein. Metaphern beispielsweise können hier unterstützend wirken.
Um sich vom Wettbewerb zu differenzieren haben Unternehmen viele Möglichkeiten, die sie auch zunehmens nutzen. Warum denn nicht auch bei der Verständlichkeit der Texte? Eine gelegentliche Prüfung der eigenen Unterlagen, z. B. auf Basis der Auswertungen im Beschwerdemanagement oder der direkten Nachfrage beim Empfänger der Textsendungen fördert garantiert die eine oder andere interessante Erkenntnis zutage. Das schärft zumindest den eigenen Umgang mit den vielen guten Wörtern …
[tags]Texte,Texten,Verständlichkeit,Content,B2B,Broschüren,Kataloge,Informationsmenge,Wörter,Sätze,Roter Faden,Martin Sonneck,media-TREFF.de[/tags]
… keine ideale Wortzahl pro Satz. Allerdings sind kurze Sätze verständlicher ….
Warum hat es eigentlich noch kein Marketer oder Redakteur geschafft, die Juristen, Mediziner etc. zu einem Workshop einzuladen “Wie schreibe ich, dass es mein zahlender Kunde versteht.” Nicht umsonst heißt der Schriftsatz Schriftsatz, da er nur aus einem Satz besteht.
Da wollen wir neue Firmen gründen, Werksverträge aufsetzen und verstehen nicht mal Bahnhof. Aber wir fühlen uns sicher bei unserem Dienstleister, Hauptsache er versteht es. Und wir können ihm blind vertrauen. Und zahlen.
Oh – …und verstehen nicht mal Bahnhof…
Informationen zu …. “Ich verstehe nur Bahnhof besagt heute umgangssprachlich”..
http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof
Information zu Schriftsatz unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schriftsatz
Rechtschreibung…