Das Werbeorakel zu E-Paper

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“Willkommen beim Werbeorakel. Es gibt Auskunft über die Zukunft der Werbung und Kommunikation” – mit diesen Worten wird jeder Besucher des Werbeorakels aufgefordert eine Frage zu stellen.

Und jeder, der dort seine Frage zu Werbung und Marketing eintippt, erhält eine maßgeschneiderte persönliche Antwort sowie weitere Informationen über verschiedene Zukunftsthemen im Marketing.

Alle gestellten Fragen und die Antworten des Werbeorakels veröffentlichen wir hier auf media-TREFF.de

Heute zu E-Paper:Was ist unter E-Paper zu verstehen?
Unter E-Paper versteht man landläufig die internetbasierte Ausgabe einer Tageszeitung. Diese wird meist als Grafik im Aussehen der Original-Tageszeitung angeboten. Jeder einzelne Artikel kann ausgewählt und dann komplett gelesen werden. Häufig ist es möglich, sich sein persönliches E-Paper nach eigenen Wünschen zu konfigurieren. Häufig ist die Internetversion einer Tageszeitung bzw. der Newsletter, den die Zeitung verschickt jedoch eine reine Abbildung der Printausgabe. Als erste rein elektronische Zeitung in Deutschland bietet Newsmax seit Anfang 2006 eine Tageszeitung gratis als E-Paper an. Mithilfe spezieller Zeitungsdrucker kann die elektronische Zeitung auch als Papierversion, zum Teil sogar im Originalformat, ausgegeben werden. Dieses Verfahren kommt beispielsweise beim System Satellite Newspaper zum tragen, das insbesondere in Hotels, Zeitungsläden und an Flughäfen zum Einsatz kommt. Für die breite Masse werden E-Paper aber vermutlich erst dann interessant, wenn die Weiterentwicklung der Ausgabemedien so weit vorangeschritten ist, dass man die elektronische Zeitung wie ihre Papier-Schwester mit in die U-Bahn nehmen und mobil lesen kann.

Wird das E-Paper klassische Papiermedien ablösen können?
Ob sich ein E-Paper gegenüber den klassischen Papiermedien durchsetzen kann, hängt stark davon ab, ob diese genauso genutzt werden kann wie eine herkömmliche Zeitung. Ist es möglich, das E-Paper mit in die U-Bahn zu nehmen oder sie gemütlich auf dem Sofa bzw. im Café zu lesen? Entsprechende Ausgabemedien, Bildschirme zum Aufrollen, wurden bereits entwickelt, sind jedoch noch nicht in Serienproduktion. Außerdem müsste eine flächendeckende Versorgung mit WLAN gewährleistet sein, um auf die entsprechenden Daten zugreifen zu können. Die papierlose Zeitung ist also bis jetzt noch Zukunftsmusik.

Wird es personalisierte E-Paper-Lösungen geben? Und wie sehen die in etwa aus?
Mit den Möglichkeiten des Web 2.0 sollte es ein Leichtes ein, personalisierte E-Papers zu realisieren. Die User müssen zu Beginn ein Profil ihrer Interessen erstellen, das sich jederzeit ändern oder ergänzen lässt. Der Content wird entsprechend mit Tags versehen und kann so für jeden Nutzer individuell ausgelesen werden. Alternativ ist eine Lösung denkbar, die über das Nutzungsverhalten die Präferenzen des Lesers ermittelt und die Inhalte entsprechend zusammenstellt.
Wer liest in Zunkunft überhaupt noch? Glaubt man der Vision in Epic 2015, so haben zumindest die Zeitungen und Zeitschriften keine große Zukunft. Aber ganz so schwarz sollte man die Entwicklung nicht betrachten. Schließlich wurde mit jedem neuen Medium die Besorgnis laut, dass ein Verdrängungseffekt einsetzen könnte – was sich tatsächlich verändert hat, war bis jetzt die Steigerung der Mediennutzungsdauer. Die Experten der Annenberg School of Journalism in Los Angeles prognostizieren zumindest für die nächsten Jahre, dass vor allem Hochglanzmagazine weiterhin ihre Leserschaft halten können, weil diese das haptische Erlebnis und die Bildsprache nicht missen wollen. Dass Podcasts und Vodcasts die Lesegewohnheiten langfristig beeinflussen, ist eher nicht zu erwarten. Diese substituieren eher den Radio- und Fernsehkonsum. Aktuelle Zahlen für Deutschland finden sich in den Basisdaten von Media Perspektiven.

Gibt es bereits eine elektronische Zeitschrift, die ausschließlich für eine Community konzipiert wurde? Wieviele elektronische Zeitschriften gibt es in Deutschland?

Da fällt mir als erstes der “AvaStar” ein, eine elektronische Zeitung, die nicht nur ausschließlich für die Community der virtuellen Welt “Second Life” konzipiert wurde. Die Zeitung enthält ausschließlich Inhalte rund um das Leben in der Parallelwelt und kann auch nur dort bezogen werden. Dahinter steht allerdings ein ganz realer Verlag: BILD und t-online sind die beiden Partner. Eine genaue Aussage darüber, wie viele elektronische Zeitschriften es in Deutschland gibt, kann wohl niemand treffen. Denn täglich kommen neue hinzu und verschwinden auch wieder. Beständig sind die Online-Ausgaben realer Zeitungen und Zeitschriften, aber auch einige reine Online-Medien haben sich etabliert.
Lohnt sich der Einsatz? Darüber zerbrechen sich die Verlage derzeit die Köpfe. Dass der Trend hin zu den elektronischen Medien geht, dürfte inzwischen klar sein. Aber welches Geschäftsmodell dann tatsächlich auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann, darüber scheiden sich die Geister. E-Paper sind eine Möglichkeit unter vielen. In den USA gibt es bereits verschiedene erfolgreiche Modelle. Diese lassen sich jedoch nicht 1 : 1 auf Europa oder Deutschland transferieren, weil hier die Nutzungsgewohnheiten sehr unterschiedlich sind.

Hat E-Paper auf Dauer eine Zukunft?
E-Paper steht ja noch am Anfang seiner Entwicklung. Gerade hat LG.Philips eine neue Technologie vorgestellt, die endgültig den Durchbruch bringen soll. Wenn sich E-Paper langfristig durchsetzen sollen, müssen mehrere Faktoren gegeben sein: die Technologie muss nicht nur vorhanden, sondern auch verbreitet sein. Sonst ist es für die Verlage nicht wirtschaftlich, entsprechende Angebote zu generieren. Und der Verbreitungsgrad hängt stark mit den Kosten für das E-Paper-Display und seiner Haltbarkeit zusammen. Andererseits muss sich das E-Paper gegen bereits weit verbreitete Technologien durchsetzen. Wer sich erst einmal daran gewöhnt hat, eine Nachrichtensendung aus dem Fernsehen oder Hörfunk morgens als Podcast zu laden und auf dem Weg ins Büro zu hören, wird vielleicht gar nicht mehr auf E-Paper umsteigen wollen.

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