Sie sind die Trüffel im Business und gefragt wie nie: neue Ideen und innovative Ansätze. Glücklich der, der den Weg weist oder das Rezept dafür hat, oder zumindest Hinweise geben kann. In der ‚Welt am Sonntag’ von vergangener Woche konnte man wieder einmal einen solchen Ansatz nachlesen. Dort sprach der Chef der amerikanischen Werbeagentur TBWA, Jean-Marie Dru, im Interview über den Weg, den die internationale Agentur einschlägt, um Kreativität und Ideen zu fördern. Bei TBWA nutzt man die ‚Disruption-Methode’ und bietet sog. ‚Disruption-Tage’ auch den Kunden an.
Im Kern geht es darum, gezielt aus der täglichen Routine auszubrechen und sich zu verändern, um aus eigener Kraft Potenziale zu eröffnen und so zum (Unternehmens-)Erfolg beizutragen. Das Entscheidende dabei, so Jean-Marie Dru, „die Konventionen zu brechen”. Dass das nicht einfach ist und bei vielen eher angstvoll beobachtet wird, zeigt die Praxis und der Mangel an Veränderung oder Neuem.
Die Managementberaterin Anja Förster hat auf den diesjährigen Würzburger Werbefachgesprächen diesen Konventionenbruch im Sinne des ‚Querdenkens‘ eingefordert. Mitarbeiter und Management in den Unternehmen sind dabei aufgerufen „immer am Status Quo zu rütteln, und zwar im Sinne einer loyalen Opposition im Unternehmen, um bessere Ergebnisse zu erzielen.” Der Weg lautet: weg von der Mittelmäßigkeit hin zur Einzigartigkeit. Nicht benchmarken sondern querdenken. Die berühmten ‚Hidden Champions’ im Mittelstand zeigen, dass es möglich ist.
Da sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen immer schneller ändern können, ist es höchste Zeit, Einstellung und Geisteshaltung zu überdenken. Dabei braucht es ‚Leidenschaft’ wie Anja Förster es in ihren Vorträgen immer wieder einfordert. Es braucht aber auch Menschen im Unternehmen, gerade in den Führungspositionen, die diese Leidenschaft entzünden und den Mitarbeitern die Angst vor Veränderung nehmen. Die Agentur TBWA scheint hier ein Beispiel zu geben, glaubt man dem Interview. Doch wie immer ist jeder einzelne aufgefordert im Täglichen seine eigenen Sichtweisen zu überprüfen, den Standpunkt einmal zu wechseln. Es ist eine Politik der kleinen Schritte – allerdings konsequent und kontinuierlich. Dies kann ein Mehr an Ideen und Innovation generieren. Stück für Stück. Wie treffend hat es doch die Querdenkerin Förster formuliert?: „Verrückt ist, wer immer wieder das Gleiche tut und dennoch auf ein anderes Ergebnis hofft”. Ein Gedanke, den man zum Jahreswechsel ruhig einmal aufnehmen kann…
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Ich kann hier nur zustimmen – die Angst vor Veränderung in den Unternehmen müssen aber auch durch die Rahmenbedingungen in den Unternehmen gestützt werden. Wenn Mitarbeiter Angst um den Arbeitspaltz haben, wenn Innovation und die dadurch enstehenden “Fehler” nicht mit Respekt vor der Leistung behandel werden, wird es kein Klima der Veränderung geben. Der Artikel von Herrn Sonneck bringt es auf den Punkt: ein neues Jahr kann wieder die Gedanken frei machen für einen Start mit neuen Ideen – gerade unter dem Hintergrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung. MUT ZUR VERÄNDERUNG!
Die Sichtweise zu wechseln (wir sagen dazu: “Perspektivwechsel”) ist der Kern jeder guten Kreativitätstechnik. Gute Ideen bekommt man dann, wenn man clevere Perspektivwechsel einsetzt.
Das kann man im Kleinen machen, indem man schlicht fragt, “wie würde X die aufgabe lösen?” und für X verschiedene (möglichst assoziationsreiche) Personen einsetzt. Tiefer gehende Perspektivwechsel erhält man durch Verfälschung des Bekannten. Kreativitätsforscher Edward de Bono nennt solche Verfälschungen “Provokationen”; im Artikel sind es (vermutlich) die “Disruptionen”.
“Immer wieder das Gleiche tun, aber auf ein anderes Ergebnis hoffen” ist eine treffende — wenn auch bissige
— Beschreibung des Versuchs, innovative Ideen durch einfaches Brainstorming zu bekommen.
Viele Grüße aus Magdeburg
Graham Horton
Blog: Impulse für Innovation (www.zephram.de/blog)