“Willkommen beim Werbeorakel. Es gibt Auskunft über die Zukunft der Werbung und Kommunikation” – mit diesen Worten wird jeder Besucher des Werbeorakels aufgefordert eine Frage zu stellen.
Und jeder, der dort seine Frage zu Werbung und Marketing eintippt, erhält eine maßgeschneiderte persönliche Antwort sowie weitere Informationen über verschiedene Zukunftsthemen im Marketing.
Alle gestellten Fragen und die Antworten des Werbeorakels veröffentlichen wir hier auf media-TREFF.de
Heute zu Semantic Web:
Was ist unter Semantic Web zu verstehen?
Häufig bezeichnet man das semantische Web auch als Web 3.0. Tim Berners-Lee definiert das Semantic Web als eine Erweiterung des bestehenden World Wide Web (WWW). Im Semantic Web erhalten alle Daten zusätzlich eine weiterführende Bedeutung: Alle Informationen des Web werden mit Metadaten versehen. So werden auch Maschinen in die Lage versetzt, den Informationen einen Bedeutungsgehalt zuzuordnen. Bei “Bank” könnte in den Metadaten einmal “Kreditinstitut”, im anderen Fall “Sitzmöbel” hinterlegt sein. Und das Semantic Web ist auch in der Lage, Fragen zu erkennen. Ergebnis könnte ein neues, übersichtlicheres Internet sein, in dem Suchmaschinen deutlich bessere Ergebnisse liefern und einige kostspielige Web-Services-Installationen überflüssig werden könnten.
Welche Rolle werden Semantische Netze künftig im Marketing spielen?
Neben dem Wissensmanagement werden Semantische Netze auch im Marketing eine wichtige Rolle übernehmen. Software-Agenten entlasten Anbieter und Nachfrager von Routineaufgaben im E-Commerce. Gleichzeitig sind sie in der Lage, Prozesse im Markt effektiver und effizienter durchzuführen. Anbieter werden deshalb die Entwickler von Software-Agenten sein, die Marketing-Instrumente individuell den Kundenbedürfnissen anpassen. Die Nachfrager werden durch die Agenten in ihrer Kaufentscheidung und dem anschließenden Prozess unterstützt.
Welche Geschäfts- und unternehmerisch relevanten Modelle lassen sich vom semantischen Ansatz ableiten?
Relevante Modelle lassen sich überall dort ableiten, wo mit dem semantischen Ansatz auch tatsächlich Geld zu verdienen ist. Das könnte beispielsweise die bessere Auffindbarkeit von Produkten innerhalb von Suchmaschinen sein. Konzepte ähnlich dem von Google Adwords sind ebenso denkbar wie das Umwandeln von Rohdaten in betrieblich relevante Informationen, die zu effektiven Entscheidungsfindungen und reibungslosen Geschäftsabläufen führen.
Was hast das mit mir zu tun?
Das Semantic Web liefert eine Menge neue Ansätze, wie man im Internet schneller und effektiver Ergebnisse erlangen kann. Das anschaulichste Beispiel ist immer die Reiseplanung. Wie bei einem realen Berater geben Sie nur die Eckdaten an, z.B. Familienurlaub, zwei Erwachsene, zwei Kinder, im August, in den Süden, kulturell interessant. Mit den Suchmöglichkeiten des Semantic Web werden Ihnen individuelle Reiseangebote zusammengesucht. Sie bekommen einzelne Reisen statt den Webseiten, die unter anderem auch entsprechende Reisen anbieten, angezeigt. Dieses Prinzip lässt sich noch auf viele andere Bereiche übertragen. Ob dieses Verfahren etwas mit Ihnen zu tun hat oder ob Sie nach wie vor lieber zum Reisebüro um die Ecke gehen, bleibt Ihnen überlassen. Wenn Ihnen die reale Welt lieber ist, laufen Sie auch weniger Gefahr, zum gläsernen Sufer zu werden. Nur dann ist ein Datenmissbrauch völlig ausgeschlossen.
Wer erstellt die Zusatzinformationen zu den Objekten des semantischen Webs, damit diese Objekte überhaupt verknüpft werden können?
Die Zusatzinformationen werden von den Inhabern der Objekte bzw. den Betreibern der Webseiten selbst erstellt. Dazu laufen bereits jetzt verschiedene Projekte: – Friend-of-a-Friend-Ontologie zur Beschreibung von Personen – Description of a Career: semantisch annotierte Lebensläufe – European Process Industry STEP Technical Liaison Executive: Nutzen des semantischen Webs für die Prozessindustrie mit ISO 15926 – SemanticGov: EU-gefördertes Projekt zur Realisierung einer EU-weiten behördlichen Infrastruktur auf Basis von Semantic Web Services Allerdings geht die Bereitstellung nur langsam voran, weil es zum einen an unmittelbaren Anreizen fehlt und der Nutzen noch nicht so klar ist, dass Unternehmen den Zusatzaufwand gerne auf sich nehmen.
Was ist der Unterschied zwischen Semantic Web und gängigen Suchmaschinen à la Google?
Während sich die gängigen Suchmaschinen wie Google heute vor allem auf die Volltextsuche innerhalb der Webseiten beschränken und somit nur dann sinnvolle Ergebnisse liefern, wenn die Suchstrategie entsprechend ausgereift ist, geht das Semantic Web einen Schritt weiter. Inhalte und Informationen werden sinnvoll miteinander verknüpft, so dass für den Nutzer ein echter Mehrwert entsteht. Man kann sich beispielsweise vorstellen, dass Wohnungsangebote automatisch mit Umgebungsplänen versehen werden, die die Infrastruktur deutlich machen. Das Semnatic Web ist also eine Weiterentwicklung bestehender Suchmaschinen und alle großen Anbieter arbeiten mit Hochdruck daran, entsprechende Angebote auf den Markt zu bringen. Über den Stand der Aktivitäten von Google informiert ein eigener Blog.
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