“Willkommen beim Werbeorakel. Es gibt Auskunft über die Zukunft der Werbung und Kommunikation” – mit diesen Worten wird jeder Besucher des Werbeorakels aufgefordert eine Frage zu stellen.
Und jeder, der dort seine Frage zu Werbung und Marketing eintippt, erhält eine maßgeschneiderte persönliche Antwort sowie weitere Informationen über verschiedene Zukunftsthemen im Marketing.
Alle gestellten Fragen und die Antworten des Werbeorakels veröffentlichen wir hier auf media-TREFF.de
Heute zu E-Commerce:
Welche Trends sind zu erkennen?
Auf einem Symposium des so genannten Feldafinger Kreis haben etwa 100 Experten aus Wissenschaft und Industrie die Trends im E-Commerce identifiziert. Schließt man sich ihren Erkenntnissen an, so werden in Zukunft z. B. sich selbst organsierende Systeme erheblich an Bedeutung gewinnen. Intelligente Software-Agenten übernehmen dann Routineaufgaben wie das Aufspüren der günstigsten Angebote. Anhaltend hoher Stellenwert wird auch dem sog. “Multi-Channel Retail” zugeschrieben (also dem Vermarkten über verschiedene, eben auch Online-Kanäle), weil die Angst vor der Kannibalisierung der eigenen Vertriebskanäle sinkt. Vielmehr haben die Unternehmen erkannt, dass sie Kunden an die Konkurrenz verlieren, wenn sie selbst diesen Kanal nicht nutzen.
Welche Arten der Rich Media Applications werden in Zukunft stärker nachgefragt werden?
Laut einer Studie des Rich Media Anbieters Scene 7 plant die Mehrheit aller kommerziellen Websites und Online-Verzeichnisse den Einsatz neuer Rich Media Anwendungen auf ihren Webseiten. Im Mittelpunkt soll dabei die verbesserte Nutzererfahrung stehen – also alles, was dem Anwender einen Mehrwert bringt. Konkret seien mehr Bilder, alternative Produktansichten und Geschenkempfehlungen geplant. Weiterhin wichtig sind bereits jetzt eingesetzte Features wie Cross-Sell, Up-Sell, Zoom oder Online Kataloge. Höchste Effektivität messen die Händler heute den Wunschzettel-Seiten bei.
Wie ist die Entwicklung?
Derzeit lässt sich sowohl in den USA als auch in Deutschland eine enorme Steigerung der Online-Verkäufe feststellen. Immer mehr Menschen kaufen immer mehr Waren über eine Website und lassen sie sich bequem nach Hause liefern. Um diesen Trend auch in Zukunft fortzusetzen haben sehr viele Unternehmen vor, weitere Rich Media Applikationen in ihre Webshops zu integrieren. Dazu gehören unter anderem eine Zoom-Funktion, blätterbare Kataloge oder die Möglichkeit, Produkte aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Andere Trends im E-Commerce sind eine intelligente und interaktive Suche inkl. der Verknüpfung von Such- und Filtermechanismen. Hier bewegen wir uns in Richtung Semantic Web. Derzeit scheint es auch ein Revival von Collaboration- und Co-Shopping Lösungen zu geben. Für „Let’s Buy it“ war die Zeit noch nicht reif – vielleicht schafft es ja www.dealjaeger.de. Und last but not least benötigt funktionierender E-Commerce verbesserte Check-Out und Transaktions Möglichkeiten. Weitere interessante Projekte und Ansätze im E-Commerce sind smatch (ein neues Produkt der shopping24 GmbH – a member of the otto group), der japanische Shop fashionswalker und war Shai Clothing SexPacking Summer 2006.
Wie erfolgreich ist E-Commerce in Deutschland?
E-Commerce konnte in den letzten Jahren ein beständiges, überdurchschnittliches Wachstum verzeichnen. Das ist zum einen auf die Erschließung neuer Vertriebswege zurückzuführen, zum anderen aber auch auf völlig neue Geschäftsmodelle, die sich durch E-Commerce eröffnen. Hinzu kommt die Möglichkeit, direktes Kundenfeedback abzufragen und so individuell auf Kundenwünsche zu reagieren. Das steigert vor allem die Kundenbindung. B2C- und B2B-Konzepte, E-Procurement, E-Payment und Online-Marketing bieten auch für kleine und mittelständische Betriebe vielfältige Möglichkeiten der Umsatzsteigerung. Außerdem können mittels E-Commerce auch Nischenmärkte (Stichwort Long-Tail-Marketing) erreicht werden und der Heimatmarkt wird global. Der Erfolg ist also durchaus beachtlich, auch wenn noch nicht die Werte erreicht sind, die wir aus den USA kennen. E-Commerce passt jedoch hervorragend zu den sich ändernden Lebensumständen. Ein stetiges Wachstum, das nicht zu einer Blase führt, die irgendwann platzt ist deshalb durchaus möglich.
Kann oder muss man E-Commerce losgelöst von den anderen Vertiebswegen als eigene Welt sehen oder sollte E-Commerce wenn möglich im Zusammenspiel mit anderen Vertriebswegen betrachtet und aufgebaut werden?
In den meisten Unternehmen wird E-Commerce als ein zusätzlicher Vertriebsweg gesehen und entsprechend behandelt. E-Commerce wird neben den angestammten Channels aufgebaut, gewinnt jedoch immer mehr an Bedeutung. Die Otto Group mit ihren verschiedenen Tochtergesellschaften und unzähligen Katalogen setzt beispielsweise verstärkt auch auf E-Commerce, weil das Kataloggeschäft geradezu prädestiniert für Online-Shopping ist. So kann der Kunde unabhängig von Zeit und Ort bestellen und die Logistik profitiert ebenso. In ganz wenigen Fällen hat es sich auch bewährt, auf E-Commerce als alleinigen Vertriebsweg zu setzen bzw. E-Commerce first als Maxime zu haben. Ein Beispiel: Ein cleverer Geist erfindet die Schutzfolien für Handy-Displays und gründet ein Unternehmen. Viel Kapital für den Vertrieb kann er nicht aufwenden und testet deshalb erst einmal den Markt, indem er die Produkte über eBay vertreibt. Das Ende der Geschichte ist bekannt: Heute kann man die Schutzfolien überall kaufen.
Welche Technologien bzw. Techniken gibt es derzeit im E-Commerce?
Eine klassische Technologie des E-Commerce ist ein so genannter Webshop. Über diese Applikation werden die Produkte des Unternehmens abgesetzt und es dient als zusätzlicher Vertriebsweg. Im weiteren Sinne gehört zum E-Commerce aber auch das Customer Relationship Management (CRM) über ein Kontaktformular auf der Website. Viel versprechend sind auch die Technologien des Web 2.0 – oder des semantischen Web. Hier kann man beispielsweise einen Reisewunsch von Berlin nach New York eingeben und anhand einiger Parameter wird im Netz automatisch ein individueller Vorschlag zusammengestellt.
Was ist On-Pack-Promotion?
Unter On-Pack-Promotion versteht man – ganz einfach gesagt – verkaufsfördernde Maßnahmen auf der Verpackung eines Produktes. Dazu gehören unter anderem Spezialetiketten wie Booklets, Leporellos und Coupons. Klassisch und häufig eingesetzt wird On-Pack-Promotion beispielsweise von Nutella: mal findet man Bügelbilder im Deckel, mal Schablonen zum Zeichnen bestimmter Comic-Figuren. Aber auch Gewinnspiele in den Deckeln von Getränkeflaschen gehören zu dieser Werbeform. Gängig sind auch alle Arten von Rezeptvorschlägen auf den Verpackungen. In Büchern findet man am Ende häufig andere Werke des gleichen Genres oder des gleichen Autors. Und bei Software werden die anderen Produkte des Unternehmens vorgestellt.
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