“Willkommen beim Werbeorakel. Es gibt Auskunft über die Zukunft der Werbung und Kommunikation” – mit diesen Worten wird jeder Besucher des Werbeorakels aufgefordert eine Frage zu stellen.
Und jeder, der dort seine Frage zu Werbung und Marketing eintippt, erhält eine maßgeschneiderte persönliche Antwort sowie weitere Informationen über verschiedene Zukunftsthemen im Marketing.
Alle gestellten Fragen und die Antworten des Werbeorakels veröffentlichen wir hier auf media-TREFF.de
Heute zu Blogosphäre:
Was ist ein Blog? Ein Blog – die Kurzversion für Weblog – ist vereinfacht gesagt ein elektronisches Tagebuch, das auf dem Rechner geschrieben und für die Öffentlichkeit sichtbar im World Wide Web veröffentlicht wird. Blogs gibt es zu allen nur erdenklichen Themen. Obwohl die Mehrzahl der Weblogs von privaten Nutzern geschrieben werden und sich mit ganz persönlichen Themen befassen, werden Blogs auch in der Unternehmenskommunikation oder in der Wissenschaft sehr erfolgreich eingesetzt. Blogs sind Instrumente des Web 2.0, weil alle Nutzer selbst mitmachen können. Blogs lassen sich in wenigen Schritten selbst einrichten und sind einfach zu handhaben. Richtig erfolgreiche Blogs benötigen aber auch ein Mindestmaß an Qualität und interessanten Inhalten, um von der breiten Masse gelesen zu werden.
Warum sollte man ein Blog schreiben? Es gibt die verschiedensten Gründe, für die es sich lohnt, ein Blog zu schreiben. Um Gedanken strukturiert zusammenzufassen, um Reputation zu erlangen, um die Öffentlichkeit auf ein Thema aufmerksam zu machen, um Wissen innerhalb des Unternehmens zu verbreiten, um in Krisensituationen über die gleichen Kanäle zu kommunizieren oder um im privaten Bereich Freunde und Bekannte auf dem Laufenden zu halten. Es gibt eigentlich nur einen einzigen Grund kein Blog zu schreiben: wenn man nichts zu sagen hat!
Wie genau funktioniert Blogmarketing und sind die Erfolge messbar? Werbung in Blogs ist eigentlich ein absolutes No-Go, weil sie der Ethik der Blogger widerspricht. Blogs müssen unabhängig sein, um auch noch glaubwürdig zu bleiben. Und wer würde schon einem Auto-Blogger glauben, dass der exzellente Bericht über Toyota seine ehrliche Meinung widerspiegelt, wenn das Unternehmen den Blog finanziell unterstützt? Deshalb suchen sich Blog-Pioniere wie Johnny Häusler vom „Spreeblick” auch ganz gezielt die Werbung für ihre Blogs aus. Ganz aktuell wurde mit Adical eine Plattform gegründet, die Standards für Werbung in Blogs gewährleisten soll. Darüber hinaus ist auch Google Adsense inzwischen einigermaßen akzeptiert. Neben der klassischen Bannerwerbung gibt es beim Blogmarketing vor allem Kooperationen: Blogger werden als assoziierter Trendscout oder Gastkommentator auf der Firmenwebsite engagiert. Oder die Unternehmen betreiben einen eigenen Blog zur Kundenbindung. Aber Vorsicht – auch hier gilt es authentisch zu bleiben, denn sonst kann die Aktion ganz schnell nach hinten losgehen. Da Blogger und ihre aber die Premiumzielgruppe für viele Unternehmen darstellen, weil sie zur politischen, gesellschaftlichen und modischen Trendgruppe gehören, hat Blogmarketing einen enormen Reiz für die Werber. Blogger sind Multiplikatoren und wer es mit einer positiven Erwähnung in einen unabhängigen Blog geschafft hat, wird die Erfolge bald vermelden können. Aufgrund der Ergebnisse der Blogstudie 2007 der Universität Leipzig sind einige Rückschlüsse auf die Nutzung von Weblogs und damit auf die Messbarkeit des Erfolgs von Blogmarketing möglich. Da die Werbeform aber noch in den Kinderschuhen steckt, wird es sicher bald ausgereiftere Tools für die Messungen geben.
Wie wichtig wird es für Unternehmen/Agenturen, zu erfahren, was in Weblogs geschrieben wird? Blogs bringen es mit sich, dass sich die Inhalte dort nur schwer steuern lassen. Konnte man in den klassischen Medien noch durch guten Kontakt zu Journalisten einiges steuern, so kennen die Unternehmen heute meist nicht einmal die Blogs, die über die Firma berichten. Es wird deshalb immer wichtiger werden, auch Weblogs in die Medienbeobachtung mit einzubeziehen, um Trends und Bedürfnisse zu erkennen und gegebenenfalls durch geeignete Maßnahmen darauf reagieren zu können. In den USA erhielten kürzlich ausgesuchte Blogger aus dem Computerbereich Notebooks, um diese ausgiebig zu testen und danach ihre Erfahrungen im Blog zu berichten. Die Aktion als solches brachte bereits eine Menge Publicity; bei den Ergebnissen der Tests muss sich das Unternehmen dann allerdings auf die Qualität der Produkte verlassen können, denn Eigenständigkeit gehört zu den obersten Geboten eines Bloggers.
Können Weblogs in Zukunft klassische Kommunikationskanäle ersetzen? In wie weit können sie diese ergänzen? Dass Weblogs für das Issue Management und das Kommunikationsmanagement wichtig sind steht außer Frage. Zunächst sollt im Rahmen des Issue Management die Medienbeobachtung auf Weblogs ausgedehnt werden, um danach rechtzeitig Einfluss nehmen zu können. Darüber hinaus eignen sich Weblogs, um selbst Themen zu positionieren. Weblogs können immer nur ergänzend und als Teil der gesamten Kommunikationsstrategie funktionieren. Dabei ist darauf zu achten, dass in der Blogosphere eigene Gesetze herrschen und durch initiierte, so genannte Fake-Blogs auch ein Imageschaden entstehen kann.
Werden in Zukunft deutlich mehr Unternehmen Corporate Blogs als Marketing-Instrument einsetzen? Corporate Blogs sind äußerst vielfältig. Sie können sowohl in der internen als auch in der externen Kommunikation eingesetzt werden. Während sie in der internen Kommunikation vorrangig als Tool des Wissensmanagement Verwendung finden, gibt es mehrere Möglichkeiten des Marketing mit Weblogs. Ansgar Zerfaß unterscheidet für die externe Kommunikation den CEO-Blog, Service-Blogs, Campaigning-Blogs, Product-Blogs, CRM-Blogs und Krisen-Blogs. Der Einsatz eines Corporate Blogs will wohl überlegt sein und muss sich an den Bedürfnissen von Kunden und Unternehmen orientieren. Erfolgreich eingesetzt haben solche Corporate Blogs beispielsweise Frosta und IBM. Besonderen Erfolg versprechen auch die CRM-Blogs, denn wo sonst bekommt ein Unternehmen so ungeschminkt und direkt Feedback von seinen Kunden – und das ganz ohne Marktforschung. Die nahe Zukunft der Corporate Blogs sieht deshalb rosig aus.
Ist es notwedig, GEMA-Gebühren zu zahlen wenn man auf einem Blog Musiktitel streamt (keine Downloads) und diese Titel GEMA-infiziert sind? Grundsätzlich werden GEMA-Gebühren immer dann fällig, wenn GEMA-pflichtige Musikstücke abgespielt oder zur Verfügung gestellt werden. Dabei ist das Medium eher zweitrangig. Ob als Hintergrundmusik auf der Website, in einem Podcast, als Stream im Internetradio oder auf dem Blog – für die GEMA erfüllt das Abspielen von Musik im Prinzip immer den gleichen Tatbestand. Auf der sicheren Seite ist der Anbieter nur, wenn Gema-freie Musik gespielt wird. Ob eine Musik GEMA-pflichtig ist, kann man bei der Repertoiresuche online herausfinden. Weitere häufig gestellte Fragen hat die GEMA auf ihrer Website zusammen gestellt.
Wie geht es weiter? Die Blogosphäre ist ja bereits kein neues Phänomen mehr. Viele der Blogs haben tatsächlich den Charakter eines privaten Tagesbuchs, das theoretisch öffentlich gelesen werden kann. Einige wenige qualifizierte Blogs haben sich durchgesetzt und sind als zusätzlicher Meinungsbildner akzeptiert. Dazu kommen verschiedene Funktionen, die Blogs innerhalb der Unternehmenskommunikation übernehmen. Diese werden sich noch weiter ausdifferenzieren und verfeinern. Rasco Perschke und Maren Lübcke haben bereits 2005 wissenschaftlich über die Zukunft von Blogs veröffentlicht. Aktuelle Entwicklungen lassen sich aus der Blogstudie 2007 ableiten, die Prof. Zerfaß von der Universität Leipzig ableiten. So könnten sich Blogs beispielsweise als effektives Recherchetool etablieren.
[tags]Werbeorakel, Blog, Blogosphäre, B2B, Marketing, Web 2.0, GEMA, Corporate Blogs[/tags]

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