“Willkommen beim Werbeorakel. Es gibt Auskunft über die Zukunft der Werbung und Kommunikation” – mit diesen Worten wird jeder Besucher des Werbeorakels aufgefordert eine Frage zu stellen.
Und jeder, der dort seine Frage zu Werbung und Marketing eintippt, erhält eine maßgeschneiderte persönliche Antwort sowie weitere Informationen über verschiedene Zukunftsthemen im Marketing.
Alle gestellten Fragen und die Antworten des Werbeorakels veröffentlichen wir hier auf media-TREFF.de
Heute zu Web 2.0:
Was ist unter Web 2.0 zu verstehen? Für viele Kritiker ist der Begriff Web 2.0 nichts anderes als eine Marketingerscheinung. Für andere bedeutet Web 2.0 den Inbegriff eines neuen Webverständnisses. Die hauptsächlichen unterschiede zwischen Web 1.0 und Web 2.0 liegen darin, dass die Nutzer Inhalte mehr und mehr selbst generieren. Zu den typischen Beispielen für Web 2.0 Wikis, Weblogs, Bild- und Video-Sharing-Portale. Welche Bedeutung Web 2.0 und seine Anwendungen haben wird, lässt sich nur schwer vorhersagen. Einige Experten befürchten bereits jetzt, dass sich eine Web 2.0-Blase aufbaut, die in absehbarer Zeit platzen könnte. Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts Web 2.0 ist die Beteiligung der Nutzer. Je mehr Menschen mitmachen und ihre Lieblingsrestaurants auf Google Maps eintragen oder die Beiträge auf Wikipedia editieren, umso besser werden die Ergebnisse.
Welche Rolle wird Web 2.0 für mobile Endgeräte spielen? Web 2.0 ist der eine Trend und die verstärkte Nutzung mobiler Endgeräte für unterschiedlichste Anwendungen der andere. Deshalb sind die beiden Trends auch eng miteinander verwoben. Bereits jetzt ist es möglich, Nachrichten und Webseiten auf dem mobilen Endgerät anzusehen. Außerdem können User mit dem Handy ihre Blogs editieren und sogar Bilder und kurze Videosequenzen hoch laden. Für die Zukunft ist zu erwarten, dass sich die Möglichkeiten noch erweitern und die Nutzung dieser Möglichkeiten zunimmt.
Welche neuen Geschäftsmodelle werden sich in Deutschland etablieren? Die meisten Anwendungen des Web 2.0 leben davon, dass viele Nutzer Zeit investieren und ihr Wissen mit anderen teilen. Doch daruf lässt sich kein effektives Geschäftsmodell aufbauen, weil die User bei einer Kommerzialisierung am Unternehmenserfolg teilhaben wollen oder sich wieder zurückziehen. Es kann – wie bei MySpace – funktionieren, eine Anwendung aufzubauen und sie dann durch einen Verkauf zu kapitalisieren. Viel interessanter erscheint aber die Frage, wie die bestehenden Geschäftsmodelle durch Applikationen des Web 2.0 unterstützt und effektiver gestaltet werden können. Welche neuen Vertriebskanäle bietet das Netz heute? Wie kann die Produktentwicklung mit Social Software verbessert werden und welche Möglichkeiten zur besseren Kommunikation bieten Podcasts, Blogs & Co.
Wie wirkt sich das Web 2.0 auf die Wahl der Dialoginstrumente aus? Die Zahl der Breitband- und Flatfee-Anschlüsse hat in den letzten Jahren enorme Zuwachsraten erfahren und wird weiterhin zunehmen. Das beeinflusst nicht nur die Verweildauer der Nutzer (von 8 Min./Tag 1999 zu 48 Min./Tag 2006), sondern auch die Möglichkeiten, sie im Rahmen des Dialoges anzusprechen: Während vor wenigen Jahren noch (analog zum klassischen Direktmarketing) mit einfachen HTML-Mails gepusht wurde, sehen zeitgemäße Dialogformen anders aus. Sie sind wesentlich emotionaler, besitzen viele filmische oder Rich-Media-Elemente und binden die Nutzer direkt über interaktive Module ein. Hinzu kommt, dass die User bereit sind, selber Content beizutragen und nicht mehr nur konsumieren. Wer es also schafft, User mit einer Idee zu “infizieren” und ihr Engagement zu stimulieren, der kann hier im Wettbewerb viel Boden gut machen.
Wie sollten Unternehmen mit dem drohenden Kontrollverlust umgehen? Kontrollverlust ist bereits jetzt kein Drohszenario mehr für Unternehmen, sondern die Realität. Die gewohnten Strukturen mit wenigen Journalisten als Gatekeeper sind aufgebrochen. Durch Weblogs, Foren und andere interaktive Kanäle haben auch die Bürger selbst eine öffentliche Stimme bekommen. Deshalb kennen die Unternehmen die Mitspieler nicht mehr und sind nicht in der Lage auf sie einzuwirken. Versuche der Unternehmen (z.B. L’Oreal), Fake-Blogs als Marketinginstrument einzusetzen schlagen schnell ins Gegenteil um. Deshalb müssen die Unternehmen lernen, Kontrolle abzugeben. Maßgabe ist es nicht mehr, die Botschaften des Unternehmens zu verbreiten, sondern verantwortungsvoll zu agieren. Dazu gehört auch, offen und transparent mit den Unternehmensnachrichten umzugehen und interaktiv mit den Kunden in Kontakt zu treten.
Was kommt nach dem Web 2.0? Noch ist Web 2.0 – das soziale Netz, das die Nutzer zum Mitmachen anregt in aller Munde. Bei einigen sind die neuen Anwendungen noch gar nicht richtig angekommen, da beschäftigen sich die Fist Mover schon damit, was danach kommt. Web 3.0 bietet sich an. Aber wie muss man sich das vorstellen? Hierzu gibt es bereits verschiedene Visionen. Ein teilweise etwas beängstigendes Bild zeichnet der Film Epic 2015 (http://www.youtube.com/watch?v=rAzZVgzjbr8). Die meisten Experten sind sich aber einig, dass sich das Internet mit Web 3.0 zu einem semantischen Web entwickeln wird. Große Bedeutung werden die Inhalte und ihre Klassifizierung erlangen. Intelligente Suche und Verknüpfung von Daten werden dann zur Realität. So kann man zum Beispiel die Parameter für den nächsten Urlaub eintragen und erhält ein maßgeschneidertes Angebotspaket – besser als dies der Berater im Reisebüro um die Ecke könnte und vor allem rund um die Uhr verfügbar. Was für den einen aber nach einem Traum von Arbeitserleichterung klingt, birgt für den anderen die Horrorvorstellung, zum „gläsernen Surfer“ zu werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich Web 3.0 und dessen Angebote entwickeln. An der Technik wird bereits gearbeitet, die Geschäftsmodelle werden folgen. Es lohnt sich also bestimmt für Unternehmen und Nutzer, die Entwicklungen zu verfolgen.
Hype oder Mehrwert? in aller Munde. Vieles ist dadurch einfacher geworden: Kontakte knüpfen über Xing oder LinkedIN, Informationen über Wikipedia und auch die eigene Meinung publizieren im Weblog. Und dieser Mehrwert überwiegt auch gegenüber den Bedenken, die Datenschützer mit den sozialen Netzwerken verbinden. Natürlich steigt die Transparenz, die User können aber immer noch selbst abwägen, wie viel sie von sich preisgeben wollen. Deshalb kann man bei Web 2.0 nicht von „Hype oder Mehrwert“ sprechen, sondern muss sinnvollerweise sagen: „Web 2.0 – Hype und Mehrwert“.
Ist Web2.0 nur ein Modebegriff oder ein längerfristiges Phänomen? Abgesehen von der Begriffsbezeichnung, die sich jederzeit wieder verändern kann, zeigt sich, dass die Anwendungen des Web 2.0 bereits einen gewissen Reifegrad erreicht haben. Die Nutzer erkennen den Mehrwert der Web 2.0 Features und setzen diese ein. Das kann im privaten Bereich genauso erfolgen wie im geschäftlichen Umfeld. Neue Technologien oder Moden sind immer dann nachhaltig, wenn man sich den Alltag ohne sie nur noch schwer vorstellen kann. „Wie haben wir eigentlich gearbeitet, bevor es E-Mail gab,“ ist eine dieser typischen Aussagen. Das wird sicher nicht auf alle Spielarten des Web 2.0 zutreffen, aber einige haben durchaus das Potenzial für beständigen Nutzen.
Wie wird das Wachstum in den nächsten drei Jahren sein? Die Anwendungen des Web 2.0 beginnen gerade, sich in den Unternehmen und der Öffentlichkeit zu etablieren. Entsprechend werden in den nächsten drei Jahren noch viele Weiterentwicklungen zu erwarten sein, bis sich die Spreu vom Weizen trennt und die Konsolidierungsphase einsetzt. Schlussendlich werden einige sinnvolle Anwendungen zum Standard werden. Der Rest ist dann entweder eine Spezialanwendung die nur von wenigen eingesetzt wird oder Spielereien, für die man sich entscheiden kann, die man aber nicht wirklich benötigt. Die Frage ist, ob wir in drei Jahren immer noch von Web 2.0 oder bereits von Web 3.0 sprechen werden. Vielleicht nennt sich das Themenfeld dann aber bereits wieder ganz anders.
Können Sie das Buzzword eigentlich noch hören? Ich nicht mehr!
Beschreiben sie mir doch Web 2.0 in zwei kurzen Sätzen (wenn möglich…)
Warum Web 2.0?
Warum 2.0? Gibt es auch 1.0 oder 1.3? Das 2.0 ist in der Software-Industrie die gängige Bezeichnung für die Versionierung und gibt immer den Anschein, eine Neuerung zu beinhalten. Die Ziffern nach dem Punkt hochzuzählen impliziert geringfügige Verbesserungen; eine neue Zahl vor dem Punkt gibt dagegen den Hinweis auf bahnbrechende Änderungen. Der Begriff Web 2.0 soll also eine bahnbrechende Veränderung des Web symbolisieren. Und in der Tat bezeichnet man nachträglich statische Internetseiten und –auftritte als Web 1.0 – im übrigen ist es auch für Software nicht ungewöhnlich, dass 1.0 erst entsteht, wenn sich das Programm soweit etabliert hat, dass die Weiterentwicklung sinnvoll ist.
Was hat sich alles bei der Kommunikation im Internet verändert? Mit Web 2.0 ist die Kommunikation eine wahre Massenkommunikation in beide Richtungen geworden. Nicht mehr nur die Medien können ihre Botschaften verbreiten, sondern auch jeder Einzelne. Das eröffnet auf der einen Seite sehr viele zusätzliche Möglichkeiten, bietet auf der anderen Seite auch Spielraum für Inhalte, die eigentlich besser durch einen Filter von der Veröffentlichung abgehalten würden. Nicht umsonst spricht man immer mehr von der Informationsflut. In der Tat werden viele Blogs nur von einer geringen Minderheit gelesen. Wer verlässliche und allgemein gültige Informationen haben will, verlässt sich meist trotzdem auf die angestammten Zeitungen und Rundfunkanstalten. Wichtig sind die Möglichkeiten zur Kommunikation aber in allen Bereichen, die nicht zum Mainstream gehören. Hier können sich Spezialisten und Experten etablieren und die User finden auch zu äußerst ungewöhnlichen Themen fachkundigen Rat. Die Kunst ist es nur, sich in der Flut zu Recht zu finden und die richtigen Informationen herauszufiltern.
Welche Anwendungen können unter dem Begriff Web 2.0 zusammengefasst werden bzw. welche sind die populärsten? Alle Anwendungen, die die Nutzer zum Mitmachen einladen, können unter dem Begriff Web 2.0 zusammengefasst werden. Deshalb wird es häufig auch als Mitmach-Web bezeichnet. Diese Anwendungen können in den unterschiedlichsten Bereichen beheimatet sein. Zu den beliebtesten Phänomenen des Web 2.0 zählen die Bildplattform flickr, Blogging, Podcasting und Vodcasting, aber auch soziale Netzwerke wie My Space und Xing. Nicht zu vergessen natürlich die Videoplattform YouTube sowie alle ähnlichen und Verwandten Applikationen.
Was ist ein Evangelist? Der Begriff Evenagelist geht zurück auf die vier Verfasser der Evangelien: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Ebenso wie diese vier die biblischen Evangelien zu Papier gebracht und das Wort Gottes weiter verbreitet haben, sind auch moderne Evangelisten eine Art Prediger. Ihre Botschaft hat allerdings keinen religiösen Hintergrund, sondern sie sind Möglicherweise Verfechter von Apple Computern oder einer bestimmten Automarke. Diese Evangelisten nennt man dann bezeichnender Weise auch „Brand“-Evangelists, weil sie sich zu 100 Prozent einer bestimmten Marke verschrieben haben.
Welche Gefahren wird es bezüglich WEB 2.0 geben? Die größte Gefahr des Web 2.0 liegt sicher darin, dass die Nutzer bereitwillig ihre persönlichen Daten preisgeben. Das betrifft natürlich in erster Linie die sensiblen Daten wie Passwörter, Kontoinformationen und Kreditkartennummern. Aber auch Posts in Blogs können unerwünschte Auswirkungen haben. Stellen Sie sich vor, Sie schreiben ein persönliches Tagebuch – ein Weblog – und halten dort Ihre Gedanken des Tages fest. Ein Kollege oder eine Kollegin hat Ihnen von Mobbing durch ihren Vorgesetzten berichtet und Sie reflektieren, wie man ihr am besten helfen kann. Nur leider liest ihr Chef mit…
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